Asthma

Die Wissenschaftler um Ronen Bar-Yoseph führten mit 55 Patienten, Kinder zwischen 5 und 13 Jahre mit mittelschwerem Asthma und mit entzündungshemmenden Medikamente behandelt, über sieben Wochen Testzeitraum 14 Salzinalationsanwendungen durch. Die Teilnehmer der Studiengruppe hielten sich in einem Raum auf, in dem Salz vernebelt wurde, die Kontrollgruppe musste darauf verzichten. Bei den Patienten, die Salzinhalationen durchführten, konnte die Überreaktion des Lungengewebes signifikant reduziert werden. Als Test kam der Methacholintest mit PC20 (provocholine Methacholinchlorid-Lösung, 20%) infrage, bei dem das Lungengewebe gereizt wird und die Reaktion darauf gemessen wird. In der Salzinhalationsgruppe verbesserte sich der Wert signifikant von 2,23 (± 3,12) auf 6,41 (± 7,36) mg/ml, in der Kontrollgruppe ohne Salzinhalation sank der Wert von 2,61 (± 3,35) auf 2,24 (± 2,75) mg/ml. Salzinhalation verringert die Empfindlichkeit des Lungengewebes. Auch J. Hedman und Kollegen aus dem Jahre 2006 bestätigen diese Ergebnisse. Darüber hinaus stieg bei Probanden, die Salzinhalation erhielten,  die Lebensqualität, vor allem hinsichtlich der Symptome, der Aktivitätseinschränkungen durch die Erkrankung und des emotionalen Status, was durch einen Fragebogen speziell für Asthmapatienten ermittelt wurde (Quality of Life Questionnaires for Asthma Patients, PAQLQ(S)).

 

Zu Beginn der Behandlung mit Salzinhalation kann es bei Asthmatikern zu einer initialen Reizung des Lungengewebes durch die relativ erhöhte Salzkonzentration in der Luft kommen. Zirka 27% der Betroffenen klagen über Schwierigkeiten beim Abhusten, was vor allem in den ersten 3-4 Tagen nach den ersten 3-4 Sitzungen auftritt. Alina v. Chervinskaya und Nora a. Zilber (1995) führen dies in ihrer Studie auf eine erhöhte Schleimproduktion in der Lunge zurück. Die Zahl der Asthmaanfälle konnte signifikant reduziert werden und weitere gesundheitliche Verschlechterungen im Rahmen der Erkrankung blieben aus. Bei rund 50% der Betroffenen konnte die Dosis ihrer Kortikosteroidmedikamente reduziert werden.

 

Bogdan Oprița und Kollegen haben in Ihrer Studie mit 393 Probanden untersucht, welchen Einfluss Salzinhalation bei obstruktiven Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD hat (2010). Alle Patienten erhielten die medikamentöse Standardtherapie, 204 von ihnen zusätzlich Salzinhalationstherapie zwei- bis dreimal pro Woche für jeweils 30 Minuten. Bereits in der ersten Stunde nach der Salzinhalationstherapie beobachteten sie im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keine Salzinhalation erhielt, einen deutlich höheren Anstieg der Sauerstoffkonzentration (PaO2) im Blut derjenigen Probanden, die mit Salz inhalierten, während gleichzeitig ihr Kohlendioxidanteil (PaCO2) im Blut sank.

 

Bitte beachten Sie: Menschen mit belastungs- oder aspirininduziertem Asthma sollten vor Beginn der Anwendungen ihren Arzt aufsuchen, da hier im Einzelfall entschieden werden sollte, ob eine Salzinhalation sinnvoll erscheint.

 

Wir führen bei Asthmatikern entsprechend der folgenden Dosierung die Inhalationstherapie durch:

  • Asthma mit primär allergischer Ursache: Salzdosierung 1mg/m³, empfohlen werden initial 12-14 Behandlungen
  • Asthma mit primär infektiöser Ursache und einem FEV₁-Wert >60%:  14-18 Behandlungen mit 5,5mg/m³; bei einem FEV₁-Wert <60%: initial 18-21 Behandlungen mit 2,2mg/m³

 

Quellen:

  • Bar-Yoseph R, Kugelman N, Livnat G, Gur M, Hakim F, Nir V, Bentur L. Halotherapy as asthma treatment in children: A randomized, controlled, prospective pilot study. Pediatr Pulmonol. 2017 May;52(5):580-587. DOI: 10.1002/ppul.23621.
  • Chervinskaya AV, Zilber NA. Halotherapy for treatment of respiratory diseases. J Aerosol Med. 1995 Fall;8(3):221-32. DOI: 10.1089/jam.1995.8.221.
  • Oprita B, Pandream C, Dinu B, Aigna ̆toaie B. Saltmed – The therapy with sodium chloride dry aerosols. Therapeutics, Pharmacology, and Clinical Toxicology. 2010;XIV:201-204.